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Singschule – Eine Fachgruppe stellt sich vor
Die Stimme ist ein besonderes Instrument
Verfasserin: Sabine Schörghofer, MA
„Hallo! Ich hoffe, ihr habt alle euer Instrument dabei, bitte packt es vorsichtig aus, es war bestimmt teuer!“ So lauten meine Begrüßungsworte in der ersten Chorstunde. Es folgen zunächst ein paar verdutzte Gesichter, doch schon nach einigen Schrecksekunden beginnen die Kinder zu verstehen und protestieren: „Aber die Stimme ist doch gratis,…die kann man nicht kaufen! …Sie ist ein Geschenk von Mama und Papa!“

Die Stimme ist ein ganz besonderes Instrument! Von Geburt an eröffnet sie uns die Möglichkeit mit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen zu kommunizieren. Schon der erste Schrei eines Babys wird mit Freude erwartet. Es folgen Laute, später Worte und Sätze, bis hin zu einem breiten Spektrum an sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten. Künstlerische Entfaltung und infolge dessen die große Bedeutung der Singstimme für die persönliche Entwicklung des Kindes werden oft nicht erkannt, eine Förderung diesbezüglich vernachlässigt. Während die musikalische Berieselung durch neue Medien mehr und mehr an Einfluss gewinnt, gehen alltägliche Impulse zum aktiven Musizieren verloren. Ein natürliches, lustvolles Singen im familiären Umfeld ist leider keine Selbstverständlichkeit. Umso wichtiger ist es, den Wert des Singens immer wieder zu betonen und Angebote für die Kinder bereitzustellen. Das Musikum beheimatet eine Vielfalt an Kinder- und Jugendchören, in denen die Freude am gemeinsamen Singen entdeckt, vertieft und geübt werden kann!

Unsere Gesellschaft befindet sich stark im Wandel. Ein regelmäßiger Besuch der Musikschule ist durch Faktoren wie Ganztagsbetreuung, ein überbordendes Freizeitangebot etc. nur mehr bedingt möglich. In vielen Familien fehlen auch die finanziellen Mittel und Informationen zum Angebot (z.B. durch sprachliche Barrieren).

Das Musikum reagiert auf diese Situation mit der Fachgruppe „Singschule“ zur Entwicklung neuer Konzepte ohne Scheu vor unbekannten Wegen: Wenn es für Kinder- und Jugendliche schwierig ist, die Musikschule zu besuchen, ist es an der Zeit Musikpädagogen und -pädagoginnen hinauszusenden! Damit ergibt sich die Frage: Ist es möglich, im „kunterbunten“ Pflichtschulalltag „Fuß zu fassen“, unterstützend für das Heranwachsen von starken, individuellen Persönlichkeiten tätig zu werden, soziale Fähigkeiten zu fördern und gleichzeitig auch „künstlerische“ Impulse zu setzen, um die Entwicklung der Musikalität aller Kinder und Jugendlicher zu bereichern?

Meines Erachtens kann dies mit dem Instrument Stimme funktionieren! Erste Schritte wurden in den letzten Jahren bereits gemacht. Dank Sponsoring, engagierter Direktorinnen und Direktoren, Pädagogen und Pädagoginnen ist es gelungen, zahlreiche Kooperationen mit Schulen und Kindergärten aufzubauen. Ein ganzheitlich geführter Musikunterricht mit dem Schwerpunkt Singen beinhaltet.

- Kennenlernen und Gestaltung von Liedern
- Atem-, Sprach- und Stimmspiele
- Rhythmusschulung
- Bewegung und Tanz
- kreatives Erfinden und Gestalten
- spielerische Einführung in Grundlagen der Musiklehre
- und vieles mehr

Den Kindern eröffnen sich Spielräume, in denen die Singstimme zum Mittelpunkt kreativer Prozesse wird. Das gemeinsame Klangerlebnis beim Singen berührt, belebt, verändert, bereichert…lässt (Künstler-) Persönlichkeiten heranwachsen.

Für meine Kolleginnen, Kollegen, und mich ist es eine große Freude, Kinder und Jugendliche durch die sehr persönliche Arbeit mit ihrer Stimme beim Erwachsenwerden zu begleiten. Gelingt es das Feuer in den Kindern zu entfachen, wird die Singstimme für immer einen wertvollen Platz in ihrem Leben erhalten, sei es in künstlerischen Aktivitäten oder einfach als ein „Werkzeug zum Glücklichsein“.
13.12.2017 · Günter Schaufler · Musikum Landesdirektion
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